Freitag, 14. Februar 2014

Schülerstatements zum Projekt „Salziger Kaffee“ im Kunstunterricht der Klassen 10 am SGS (ML)


Der Fuß ist ein Denkmal für jüdische Opfer des nationalsozialistischen Völkermordes in Europa.

Man sollte die Ereignisse, die sich während des Holocausts abspielten, nicht verdrängen, sondern junge Menschen darüber informieren. Die Herstellung des Fußes mit unseren eigenen Fußabdrücken war hierfür eine gute Idee und Möglichkeit. Wir haben grundsätzlich alle das gleiche gemacht, nämlich unseren persönlichen Fußabdruck erstellt und angemalt. Aber jeder einzelne war auch frei in der farblichen Gestaltung. Dies war eine gute Kombination. Dadurch, dass wir die einzelnen Tonplatten zu einem Fußabdruck zusammenlegten, bildeten wir eine Gemeinschaft, in der jeder eine wichtige Rolle spielte. Insgesamt denke ich, dass das Projekt vielen Schülern geholfen hat, mit dem Thema umzugehen. Es gab Vorträge und weitere Projekte in anderen Fächern am SGS, die Informationen brachten und zeigten, dass man die Zeit des Antisemitismus und deren Folgen nicht vergessen darf. Damit unschuldige Menschen nie mehr solch schlimme Qualen erleiden müssen, setzt man sich für ein gutes Verhältnis untereinander ein und beweist, dass Frieden stärker sein kann als Streit und Krieg.

Das BK-Projekt war manchmal auch sehr anstrengend und schwierig, als wir zum Beispiel den Fuß vormalen sollten und die Einteilung vornahmen. Jedoch meisterten wir das sehr gut. Dieses Projekt wird mir lange in Erinnerung bleiben, denn die Geschichte der Schuhe am Donauufer ist sehr ergreifend. Ich persönlich habe auch das Theaterstück zum Projekt gesehen und viele Geschichten von meiner ungarischen Austauschschülerin erzählt bekommen, die mir lange im Gedächtnis bleiben werden.

Zum Projekt salziger Kaffee haben wir uns überlegt, einen Fuß aus unterschiedlichen Fußabdrücken in Ton zu legen. Die Farbgebung mit den fließenden Übergängen soll hierbei symbolisch für den interkulturellen Austausch und die nicht mehr vorhandenen Grenzen stehen.

Mit unseren Füßen nehmen wir Bezug auf das öffentliche Mahnmal Schuhe am Donauufer von Gyula Pauer und Can Togay in Budapest.

Mit dem Zusammenfügen der einzelnen, individuellen Fußabdrücke zeigen wir den Konflikt, aber auch die Lösungsmöglichkeiten, zwischen Gesellschaft und Individuum. Die einzelnen Teile fügen sich zu einem großen Ganzen. Genauso soll auch unsere Gesellschaft funktionieren – gemeinsam.

Der große Fuß symbolisiert Frieden zwischen den Nationen, Gemeinschaft, Solidarität und Zusammengehörigkeit. Ich habe gelernt, dass man gemeinsam viel erreichen kann und dass jeder Einzelne für die Gruppe wichtig ist.

Jeder einzelne Schüler war für seinen Teil selbst verantwortlich.

Die Arbeit an dem Projekt war eine interessante Abwechslung zum normalen Unterricht.

Dieser Fuß spiegelt für mich unsere Gemeinschaft und unseren Zusammenhalt wieder und ich bin stolz darauf bei diesem Projekt mitgemacht zu haben. Ich habe neben historischen Kontexten auch gelernt, Respekt gegenüber meinen Mitmenschen zu haben.

Meine persönliche Erfahrung bei der Herstellung der Tonarbeit war, mir die schwere Zeit der Juden vorzustellen. Der Abdruck eines nackten Fußes symbolisiert für mich die Einsamkeit, die Schutzlosigkeit.

Das Ergebnis, das man zum Schluss sah, als alle Fußabdrücke fertig waren, hat mich erfreut, da ich wusste, dass ich somit einen Teil zu dem Projekt beigetragen hatte. Ich kann sagen, dass ich jetzt, wenn so ein Thema wieder auftritt, interessierter zuhöre.

Die unterschiedlichen Farben in den versenkten Tonreliefs drücken die Vielfältigkeit der Länder aus und die heutigen Rechte, die der jüdischen Bevölkerung damals versagt blieben. Unsere Fußabdrücke symbolisieren auch die Flucht der Verfolgten.

Wir konnten frei entscheiden wie wir unseren Fußabdruck auf den Ton setzen und ihn nach dem Brennen frei anmalen. Die grenzenlose Anordnung steht für Freiheit.

Egal wie unterschiedlich die Menschen sind, sie sind trotzdem eine Gemeinschaft und mit diesem Projekt wollen wir an die Opfer des Holocaust gedenken und hoffen, dass diese Zeit nie wieder zurückkehrt.

Als ein Teil dieses Projektes tritt mir das Schicksal der Leute, die damals am Donauufer starben näher und generell wird mir all die Grausamkeit, die im Holocaust herrschte, deutlich und bleibt in meinem Gedächtnis wach.

Bei der Arbeit mit dem Ton haben wir uns gegenseitig geholfen und Tipps gegeben. Später war es schön zu sehen, wie alle Teile tatsächlich zusammengepasst haben.

Sinnbildlich stehen diese Fußabdrücke für die Opfer der Shoa im 2. Weltkrieg und die einzelnen Fußabdrücke bilden am Ende einen großen Fuß. Dieser steht für die ganze Welt, die sich durch diese Zeit so verändert hat. Metaphorisch erinnert er mich an einen ökologischen Fußabdruck.

Mich erinnert der Fußabdruck an die Spuren, die der Mensch auf dieser Welt hinterlässt.

Auch wenn dieser Fuß aus Ton nur ein kleines Projekt ist, ein kleines Stück von uns, so drückt er doch unser Mitgefühl und den weiteren Wunsch auf Zusammenhalt auf der Erde aus.

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